BESTFORCAN – Verbreitung eines wissenschaftlich als wirksam bestätigten Therapieverfahrens für die Behandlung traumatisierter Kinder und Jugendlicher

Eine große Zahl an Kindern und Jugendlichen erfährt im Laufe ihres Lebens Misshandlung oder Vernachlässigung. Das Erleben von psychischem Stress direkt im Anschluss an ein solches Erlebnis ist eine normale Reaktion, die ganz unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Traumatische Erfahrungen können jedoch auch langfristig zu psychischer Belastung und Problemen bei der Bewältigung des Alltags führen. Beruhen diese psychischen Einschränkungen auf einem erlebten Trauma und lassen auch nach einiger Zeit nicht nach, spricht man von einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“. Mehr zu "Posttraumatischer Belastungsstörung"

Falls eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt wird, gilt es die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten, sodass eine positive Lebensqualität wiederhergestellt werden kann. Dabei kann psychotherapeutisches Fachpersonal helfen. Es gibt verschiedene anerkannte und erwiesenermaßen erfolgreiche Therapieverfahren für die Behandlung traumatisierter Kinder und Jugendlicher. Jedoch sind diese Therapieverfahren bisher vor allem an Universitäten erprobt worden. Deshalb versucht das Projekt BESTFORCAN Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in dem sehr wirksamen Therapieprogramm TF-KVT weiterzubilden. BESTFORCAN steht für „Bringing empirically supported treatments to children and adolescents after child abuse and neglect”. Wir vermitteln diese Therapie an angehende und bereits niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. „TF-KVT“ steht dabei für „traumafokussierte Kognitive Verhaltenstherapie“ und ist speziell in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erprobt worden, um traumatische Erlebnisse zu bearbeiten und so psychische Belastung zu reduzieren. Zusätzlich werden Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachärzt*innen der Pädiatrie darin geschult, Betroffene schneller zu erkennen und an die Psychotherapie weiterzuvermitteln.  Mehr zu traumafokussierter Psychotherapie oder mehr zum Projekt "BESTFORCAN"

Unsere Arbeitsgruppe hat ein Angebot für niedergelassene Psycho-therapeutinnen und Psychotherapeuten sowie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung entwickelt, das mithilfe von Schulungsangeboten und Supervision die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen unterstützen kann. Außerdem bieten wir Weiterbildungen für Kinderärzt*innen sowie Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe an. Diese erlernen ein etabliertes Screeningverfahren und wichtige traumabezogene Konzepte. Dadurch sollen interdisziplinäre Hilfenetzwerke geschaffen werden. Die Kosten für die Schulungen und die Supervision werden durch das Projekt übernommen. Die Kosten für die Patientenbehandlungen werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Unser Angebot wird es in vielen deutschen Städten geben. Insgesamt gibt es drei Zentren, die jeweils für bestimmte Kooperationspartner zuständig sind.

Diese Zentren sind: 

  • Für niedergelassene Psychotherapeut*innen: Frankfurt - Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Für Psychotherapeut*innen in Ausbildung: Marburg - Kinder- und Jugendlichen Institut für Psychotherapie-Ausbildung an der Philipps-Universität (KJ-IPAM)
  • Für Supervisor*innen: Ingolstadt - Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Für das Datenmanagement: Erlangen - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Für Fachärzt*innen der Pädiatrie: Frankfurt - Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • FürJugendhilfeeinrichtungen und Jugendämter: Marburg - Kinder- und Jugendlichen Institut für Psychotherapie-Ausbildung an der Philipps-Universität (KJ-IPAM)


Diese wissenschaftliche Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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